iPolFLY

Automatisiertes Dokumentationsservice für das integrierte Polizeisystem iPolSYS

Ziele

iPolSYS (Integriertes Polizeisystem) ermöglicht die digitale Nachbildung von Unfallsituationen/Tatorten mittels maßgeschneiderten Analysefunktionen. Mit iPolSYS mobile (iPolAPP) erfolgt die Datenerfassung der Unfallsituation im Feld digital. In diesem Projekt wird das System um ein automatisiertes Datenerfassungstool erweitert, das die Qualität der Bildentzerrung durch Luftbildaufnahmen erhöhen soll. Kern der Erweiterung ist dabei die automatisierte Bildauslösung einer Kamera auf einem Flugobjekt, das sich durch Positionierungskomponenten möglichst senkrecht über der Unfallsituation ausrichten soll.

Kurzbeschreibung

Das existierende Desktop-Programmsystem iPolSYS (Integriertes Polizeisystem) bietet die Bearbeitung und graphische Darstellung von Sachverhalten mit Hilfe geodätischer und photogrammetrischer Methoden. Es unterstützt den Ermittler beginnend bei der Dateneingabe über die Bearbeitung bis hin zur Dokumentation von Verkehrsunfällen und Tatbeständen. Das System wurde um die mobile Anwendung iPolAPP erweitert, welche die digitale Datenerfassung im Feld abdeckt, wobei sowohl ein GNSS Modul (RTK und Post-Processing) als auch eine mobile Anwendung (App) für erste Auswertungen im Feld zum Einsatz kommen. Die App wird auf einem Tablet-PC betrieben und bietet zahlreiche Funktionalitäten, unter anderem die Durchführung der Bildentzerrung, die für die Auswertung von fotografischen Aufnahmen unumgänglich ist.

Für Dokumentationsaufnahmen von Objekten auf der Erdoberfläche und ganz besonders für die Bildentzerrung spielt die Aufnahmehöhe eine ganz wichtige Rolle. Der Idealfall sind Senkrechtaufnahmen, also Aufnahmen, bei denen die Aufnahmeachse die Objektoberfläche möglichst senkrecht trifft.

Um dies zu erreichen, bieten sich Aufnahmen von Fluggeräten an. Neben Flächenflugzeugen und Hubschraubern ist vor allem der Einsatz von Drohnen praktikabel. Dies gilt im Falle der Unfall- und Tatortaufnahmen vor allem für Flughöhen von unter 120 Metern.

Das Projekt iPolFLY sieht die Entwicklung einer für photogrammetrische Bildflüge spezialisierte Drohne vor, kombiniert mit modernster Software für die Steuerung und automationsunterstützte Aufnahme von Passpunktfeldern für die Bildentzerrung. Um dies zu erreichen ist eine hochgenaue Positionierung mittels GNSS nötig.

Bei der Entwicklung von iPolFLY geht es neben der Einhaltung von photogrammetrischen Bedingungen vor allem um eine möglichst einfache Bedienung und um die Erreichung einer größtmöglichen Sicherheit (Kollisions- und Absturzsicherheit).

Die aufgenommenen Luftbilder sind Grundlage für Auswerte- und Dokumentationsmethoden von iPolSYS und iPolAPP bzw. ergänzen diese.

So können metrische aber auch georeferenzierte Dokumentationen von Unfallsituationen oder Tatorten von besonders hoher Qualität erreicht werden, wenn die photogrammetrischen Aufnahmen mittels iPolFLY, die Passpunktmessung und die Bildentzerrung mit iPolAPP und die Auswertung und Darstellung mittels iPolSYS erfolgen.

Facts

Projektpartner

  • TeleConsult Austria GmbH (Koordinator)
  • Univ.Doz.Dipl.Ing.Dr. Karl Haslinger - Ingenieurkonsulent für Vermessungswesen mRB
  • Joanneum Research Forschungsgesellschaft mbH – Fernerkundung und Geoinformation

Finanzierung

  • Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG)